Echte Stars: Freiwillige, die bei Ružín Frösche während ihrer Migration retten
Einleitung: Eine Geschichte, die während eines Yoga-Wochenendes begann
Manchmal entstehen die unvergesslichsten Erlebnisse ganz ungeplant.
Meines begann während eines entspannenden Yoga-Wochenendes in Košice, das von meinem Lieblingslehrer Petr Mišík geleitet wurde. Wir waren im Penzión Lesanka untergebracht, umgeben von Wäldern, Ruhe und der Wasseroberfläche des Ružín. Nach den Samstagseinheiten hatten wir eine zweistündige Pause und machten mit Freunden einen kurzen Spaziergang.
Wir ahnten nicht, dass wir nur wenige Minuten später auf eine Gruppe von Menschen treffen würden, die ihre Freizeit auf eine Art verbringen, die unscheinbar wirkt — und dennoch enorm wichtig ist.
Entlang der Straße bei der Ružín-Talsperre sahen wir Freiwillige, die Barrieren errichteten und kleine Gruben ausgehoben hatten, um Frösche zu retten, die vom Wald zum Wasser wandern.
So kam es zu einer Begegnung, die es verdient, erzählt zu werden.
Warum Frösche wandern — und warum sie Hilfe brauchen
Jeden Frühling, wenn es wärmer wird und feuchtes Wetter einsetzt, verlassen Frösche und andere Amphibien ihre Winterquartiere und ziehen zu Gewässern, um sich fortzupflanzen.
Laut Naturschützern ist dies die kritischste Phase ihres Lebens, denn ihre Wanderwege kreuzen oft Straßen, auf denen jedes Jahr Tausende Tiere unter Autoreifen sterben.
Die am häufigsten wandernden Arten rund um Ružín sind:
- Erdkröte
- Grasfrosch
- Moorfrosch
- seltener Laubfrosch, Gelbbauchunke oder Kammolch
Amphibien sind ein entscheidender Bestandteil des Ökosystems — sie regulieren Insektenpopulationen und dienen Vögeln und Säugetieren als Nahrung. Ihr Rückgang würde die Biodiversität der gesamten Region beeinträchtigen.





Ružín: Ein Ort der Froschwanderung
In der Umgebung von Ružín finden seit mehr als zehn Jahren Rettungsaktionen statt. Die Stadtwälder Košice installieren gemeinsam mit Freiwilligen jeden Frühling temporäre Kunststoffbarrieren entlang kritischer Straßenabschnitte, vor allem zwischen dem Campingplatz Zlatník und der Ružín-Brücke.
Diese Barrieren funktionieren einfach, aber wirkungsvoll:
- sie verhindern, dass Frösche auf die Straße gelangen,
- sie leiten sie in Fanggruben,
- die Freiwilligen sammeln sie anschließend ein und tragen sie über die Straße zum Wasser.
Das Umsetzen findet morgens, abends und nachts statt – je nachdem, wie intensiv die Wanderung ist.
Auf diese Weise können sie Tausende Tiere retten.
Frösche wandern: Eine Gruppe von Freiwilligen, die zusammenhält
Die Freiwilligen bei Ružín organisieren sich über die Facebook-Gruppe Žaby migrujú Ružín, wo sie Dienste koordinieren, Fotos und Videos teilen und die aktuelle Lage melden.
Es ist eine kleine, aber sehr aktive Gemeinschaft von Menschen, die entschieden haben, dass auch kleine Lebewesen Schutz verdienen.
Als wir näher kamen, sahen wir etwa zehn Menschen in reflektierenden Westen, mit Eimern, Handschuhen und Schaufeln.
Einige bauten neue Barrierenabschnitte, andere kontrollierten die Gruben, wieder andere trugen Frösche über die Straße.
Sie arbeiteten konzentriert und mit dem klaren Ziel, der Natur zu helfen.
Und genau in diesem Moment kamen wir mit Judita Tomasková, einer der Freiwilligen, ins Gespräch.
Ihre Worte, die auf Video festgehalten wurden, gaben dem Moment noch mehr Tiefe.
Stimme aus dem Feld: Juditas Worte
Judita erklärte uns, dass die Wanderung sehr wetterempfindlich ist:
„Als es kälter wurde, waren es 2–3 Grad. Wir sind nicht hinausgegangen, um sie zu retten – wir wussten zu hundert Prozent, dass wir umsonst kommen würden.“
Bei diesen Temperaturen wandern Frösche kaum — sie sparen Energie und warten auf wärmeres Wetter.
Sobald die Temperatur jedoch steigt, setzt die Wanderung wieder ein und die Freiwilligen müssen bereit sein.
Sie zeigte uns auch das Barrieren-System:
„Das hier sind die Barrieren für den Weg zum Wasser, und das hier sind die Barrieren für den Rückweg.“
Wir wollten wissen, ob das Froschweibchen noch am selben Abend zurückkehrt.
Judita schüttelte den Kopf:
„Nein, nein. Ich denke, sie bleibt etwa ein bis zwei Wochen am Wasser.“
Dann fügte sie ein Detail hinzu, das Laien oft überhaupt nicht kennen:
„Das Weibchen ist normalerweise größer und runder, weil es Platz für die Eier im Bauch braucht. Die Männchen sind schlanker. Wenn die Paare kommen, wissen wir, dass es losgeht.“
Die einfachen Worte einer Frau, die im Frühling mehrmals pro Woche nach Ružín kommt und für den Schutz der Natur auf ihren Komfort verzichtet, sind unglaublich warm und voller Hoffnung.
Willst du auch helfen? Mach mit.
Wenn dich diese Geschichte berührt hat, kannst du Teil dieser schönen Initiative werden. Die Freiwilligen bei Ružín freuen sich über jede Hilfe — ob du für eine Stunde, einen Abend kommst oder die Information einfach weiterverbreitest.
👉 Kontaktiere einfach die Gruppe Žaby migrujú Ružín auf Facebook. Dort erfährst du aktuelle Termine, Bedürfnisse und wo die Wanderung gerade stattfindet.
Manchmal reichen ein paar Minuten, ein paar Schritte und ein paar über die Straße getragene Frösche, um etwas Bedeutungsvolles im eigenen Leben zu tun. 🍀
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