Freiwilligenarbeit mit Pferden im Domov pro koně: drei Herden und ein ruhiger Tag
Als wir am Sonntagmorgen wieder auf die bekannte Abzweigung zum Domov pro koně einbogen, hatte ich ein wunderbares Gefühl. Es war nicht mehr dieser anfängliche Respekt vor dem Unbekannten oder die Aufregung des Entdeckens. Es war das Gefühl der Rückkehr. Die Rückkehr an einen Ort, an dem die Zeit anders fließt, an dem man lernt, langsamer zu werden und an dem Tiere dank der außergewöhnlichen Frau Patrícia Pitříková ein stilles, würdiges Leben führen — ein Ort, der Freiwilligenarbeit mit Pferden zu etwas ganz Besonderem macht.
Sie begrüßten uns, noch bevor wir aus dem Auto steigen konnten. Bellen, das Trappeln von Pfoten, freudiges Kreisen um unsere Beine. Triša — eine große, majestätische Hündin, die aus der Slowakei gerettet wurde und wie die gutmütige Wächterin des gesamten Hofes wirkt. Dusty, groß, schwarz, temperamentvoll, mit Energie für drei. Alex, der kleinste, aber mutigste. Und Zorka, ruhig, sanft, gut genährt, die erst erscheint, wenn sie sicher ist, dass alles in Ordnung ist — und wenn die dominante Triša es erlaubt…
Patricia begrüßte uns mit dem Lächeln von Menschen, die müde, aber zufrieden sind. Menschen, die etwas tun, das wirklich Sinn hat.
Wir boten unsere Hilfe an — und sie nahm sie mit einer Dankbarkeit an, die niemals selbstverständlich ist. Pferde striegeln, den Stall reinigen, den Bereich unter dem Unterstand aufräumen. Nichts Großes, nichts Heldenhaftes. Nur einfache Arbeit, die an einem Ort wie diesem jedoch sehr viel bedeutet — und genau das macht Freiwilligenarbeit mit Pferden so erfüllend.
So begann unser Tag zwischen drei Herden. Drei Welten, die auf einem Hof zusammenleben, aber jede mit ihrem eigenen Rhythmus, ihrer eigenen Energie und ihren eigenen Geschichten.
Die Karotten waren überhaupt das Thema des Tages. Wir brachten mehrere Säcke frischer, knackiger, duftender Karotten mit. Und wir verstanden schnell, dass wir sie vorsichtig dosieren mussten. Manche Pferde sind unglaublich stur, und wenn sie einmal herausfinden, dass man Karotten hat, geben sie nicht auf, bis sie eine bekommen. Ich versteckte sie in meiner Tasche, aber sie wussten es natürlich.
In dieser Herde spürte ich am meisten Demut. Alte Pferde sind wie alte Menschen — sie brauchen nicht viel, aber sie brauchen das Richtige. Geduld, Sanftheit, Zeit.
Die jüngere Herde: Ruhe im Schatten und ein Anführer, der Ordnung hält
Die zweite Herde war durch einen Zaun getrennt. Jüngere, stärkere, energischere Pferde. Doch an diesem Tag waren sie überraschend ruhig. Die Fliegen störten sie nicht, die Sonne war mild, und so standen sie im Schatten und ruhten sich aus.
Unter ihnen dominierte ein schwarzes Pferd — der Anführer der Herde. Er musste sich nicht beweisen. Es genügte, dass er da war. Die anderen respektierten seinen Raum, sein Tempo, seine Entscheidungen.
Als wir eintraten, beobachteten sie uns, aber sie beeilten sich nicht. Erst als wir mit dem Striegeln begannen, kamen sie näher. Jeder von ihnen hatte seine eigene Art, um Aufmerksamkeit zu bitten. Manche sanft, andere drängender. Aber alle genossen das Striegeln.
Die Energie in dieser Herde war anders. Weniger Zerbrechlichkeit, mehr Kraft. Weniger Langsamkeit, mehr Ausgeglichenheit. Es war, als würde man aus einem Seniorenheim in einen stillen Garten voller junger Erwachsener wechseln, die gerade frühstücken.
Die hintere Herde: Schönheit, Gesundheit und zwei unermüdliche Seelen
Die dritte Herde befand sich im hinteren Teil des Hofes. Etwa acht jüngere Pferde, deren Fell schön, glatt und fast ohne Pflegebedarf war. Man konnte sehen, dass sie in guter Verfassung waren.
Und man konnte auch sehen, dass sie genau wussten, wo die Karotten waren.
Zwei Pferde folgten uns fast ununterbrochen. Nicht aggressiv, eher spielerisch und ausdauernd. Eine der Stuten, die ein langfristiges Problem mit der Ausscheidung hat und deren gereizte Haut an den Hinterbeinen Patricia regelmäßig behandelt, sah überraschend gut aus. Sie war lebhaft, neugierig, aktiv.
In dieser Herde herrschte Freude. Bewegung. Neugier. Und auch ein wenig Chaos — aber das gute Chaos, das einen zum Lächeln bringt.
Handarbeit als Meditation
Nach dem Striegeln luden wir eine Schubkarre voller Mist. Für manche vielleicht keine attraktive Vorstellung. Für mich nicht. Die Arbeit rund um die Pferde ist nicht schwer. Sie ist rhythmisch, einfach, ehrlich. Man schaltet den Kopf aus und den Körper ein. Und wenn Pferde um einen herumstehen, ruhig kauen, atmen, einen beobachten — dann ist es eine besondere Art von Meditation.
Unter Pferden zu sein macht mich glücklich. Dieses Gefühl kann man nicht vortäuschen.
Neuigkeiten vom Hof: Trauer und Hoffnung
Zum Schluss sprachen wir mit Patricia darüber, was es Neues gibt. Wir erfuhren, dass eine Stute aus der vierten Herde, die schwerer zugänglich ist, vor Kurzem gestorben war. Schnell, unerwartet. Eine traurige Nachricht, aber in einem Asyl, in dem alte und kranke Pferde leben, ist der Tod ein natürlicher Teil des Lebens.
Gleichzeitig zeigte sie uns kleinere bauliche Verbesserungen an dem Gebäude gegenüber dem Wohnhaus. In Zukunft wird es dort möglich sein zu übernachten — eine Art kleines Gästehaus. Freiwillige hatten ihr kürzlich bei den Arbeiten geholfen, und es ist eine schöne Art, den Betrieb des Asyls zu unterstützen.
Patricia baut alles Schritt für Schritt auf, mit Hilfe ihres Sohnes und von Menschen, die an das glauben, was sie tut. Und das sieht man.
Warum es sich lohnt, zu kommen, zu helfen und den Domov pro koně zu unterstützen
Domov pro koně ist keine Touristenattraktion. Es ist ein Ort, an dem Tiere eine zweite Chance bekommen. Wo alte Pferde in Ruhe ihren Lebensabend verbringen. Wo jüngere Sicherheit finden. Wo Menschen mit Herz arbeiten.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, besuchen Sie die Website, kontaktieren Sie Patricia, unterstützen Sie finanziell oder bieten Sie Ihre Hilfe an. Auch eine kleine Unterstützung hat große Bedeutung.
Und wenn Sie Lust haben, kommen Sie persönlich vorbei. Vielleicht entdecken auch Sie, dass sich zwischen den drei Herden etwas verbirgt, das man nicht beschreiben kann — nur erleben.
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